DER TIERMALER | Malerei
Friedrich Reimann (1896–1991) | Zeulenroda
Ziehende Schwäne
In der Ausstellung werden Werke aus der Sammlung von André Ilgen und aus weiterem Privatbesitz gezeigt.
Friedrich Reimann hatte sich mit seinem Werk vornehmlich der Darstellung der heimischen Flora und Fauna verschrieben und erlangte damit auch Anerkennung in wissenschaftlichen Kreisen. So erhielt er Ende der 1960er Jahre den Auftrag, Bildtafeln für Grzimeks Tierleben beizusteuern. Ungewöhnlich daran, Friedrich Reimann lebte in der DDR und es war schon sehr besonders, dass er diesen Auftrag aus dem „Westen“ erhielt.
Ausstellungsdauer: 17. Januar – 16. März 2025
Pressemitteilung vom 17. Januar 2025
Die Natur im Blick – Tiermalerei in der Kunstgalerie Altes Rathaus in Schwarzenbach an der Saale
Mit einer ausgesprochen gut besuchten Vernissage eröffnete am Donnerstag eine, dem Zeulenrodaer Tiermaler Friedrich Reimann (1896-1991), gewidmete Ausstellung. Gezeigt werden Aquarelle und Ölgemälde, darunter sehr detaillierte Pflanzen- und Vogeldarstellungen, mitunter verbunden mit meisterlich gemalten Landschaften. Reimann hatte sich in seinem künstlerischen Werk vollkommen der Darstellung von Pflanzen und Tieren und deren Lebensräumen verschrieben. Der gelernte Dekorationsmaler ging 1915 nach Berlin zum Abendstudium bei Prof. Hugo Händler. Zu Übungszwecken zeichnete und malte er auch im Zoologischen Garten Berlin. Beeindruckt von seinem Werk kaufte ihm dort ein Paar Bildnis einer Großkatze ab, an dem er gerade arbeitete. Es sollte sich herausstellen, dass es kein geringeres als das schwedische Königspaar war, das sich für Reimanns Können begeisterte.
Nach einem Studium an der Kunstgewerbeschule in Dresden, u. a. bei Carl Rade, war Reimann bis zu seinem Lebensende als freischaffender Künstler in Zeulenroda tätig. Von den Strömungen der künstlerischen Avantgarde Berlins oder Dresdens blieb Reimann während des Studiums vollkommen unberührt. Kritik oder Bekenntnisse an bzw. zu den Geschehnissen seiner Gegenwart gab es in seiner Kunst nicht. Für ihn zählte einzig die naturgetreue Wiedergabe der Natur und ihrer Geschöpfe, er nahm alles auf, was ihn auf diesem Weg weiterbrachte.
Besonders Naturkundemuseen sollten später zu seinen zuverlässigen Auftraggebern zählen. Ende der 1960er Jahr geschah das Unglaubliche, Friedrich Reimann erhielt von Bernhard Grzimek den Auftrag, zahlreiche Illustrationen für „Grzimeks Tierleben“ zu schaffen. Es war sehr ungewöhnlich als in der DDR lebender Künstler einen Auftrag aus dem „Westen“ zu erhalten. Zustande kam die Zusammenarbeit auf Empfehlung von Prof. Dr. Dr. Heinrich Dathe, dem Direktor des Tierparkes Berlin-Friedrichsfelde.
Friedrich Reimann wurde 1991 posthum zum Ehrenbürger Zeulenrodas ernannt.
In der Schwarzenbacher Ausstellung sind ca. 25 Original-Arbeiten aus der Sammlung André Ilgen und weiterem Privatbesitz und zwei Großdrucke von Bildtafeln aus Grzimeks Tierleben zu sehen.
Swanti Bräsecke-Bartsch