{"id":7,"date":"2014-08-26T11:54:10","date_gmt":"2014-08-26T11:54:10","guid":{"rendered":"http:\/\/kunst.schwarzenbach-saale.de\/wordpress\/?page_id=7"},"modified":"2026-09-16T22:00:38","modified_gmt":"2026-09-16T20:00:38","slug":"aktuelle-austellung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kunstgalerie.schwarzenbach-saale.de\/wordpress\/","title":{"rendered":"Aktuelle Ausstellung"},"content":{"rendered":"<h2>Analoges Handwerk<br \/>\nSchwarz-Wei\u00df-Fotografie<\/h2>\n<h3>Ernst Herrmann, Grafling<\/h3>\n<p><a href=\"https:\/\/kunstgalerie.schwarzenbach-saale.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/e_herrmann.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1187\" src=\"https:\/\/kunstgalerie.schwarzenbach-saale.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/e_herrmann.jpg\" alt=\"\" width=\"822\" height=\"822\" srcset=\"https:\/\/kunstgalerie.schwarzenbach-saale.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/e_herrmann.jpg 822w, https:\/\/kunstgalerie.schwarzenbach-saale.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/e_herrmann-300x300.jpg 300w, https:\/\/kunstgalerie.schwarzenbach-saale.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/e_herrmann-150x150.jpg 150w, https:\/\/kunstgalerie.schwarzenbach-saale.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/e_herrmann-768x768.jpg 768w, https:\/\/kunstgalerie.schwarzenbach-saale.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/e_herrmann-500x500.jpg 500w, https:\/\/kunstgalerie.schwarzenbach-saale.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/e_herrmann-810x810.jpg 810w\" sizes=\"auto, (max-width: 822px) 100vw, 822px\" \/><\/a><\/p>\n<h6>Hammerschmiede Kindermann<\/h6>\n<h4><\/h4>\n<h4>Vernissage: 4. September 2026, 18 Uhr | Worte zur Ausstellung: Dr. Otto St\u00e4hlin<\/h4>\n<h4>Ausstellungsdauer: 6. September \u2013 25. Oktober 2026<\/h4>\n<h6>Bereits seit 2008 widmet sich Ernst Herrmann seinem Foto-Projekt \u201eAnaloges Handwerk\u201c. Mit analoger Kamera und Schwarz-Wei\u00df-Film setzt er behutsam Menschen in traditionsreichen, zum Teil Jahrhunderte alten Handwerksberufen bei ihrer Arbeit ins Bild. Kaum von der \u00d6ffentlichkeit wahrgenommen, verschwinden viele dieser Werkst\u00e4tten und damit Wissen und Fertigkeiten. Ernst Herrmanns Fotografien haben somit neben ihrem k\u00fcnstlerischem Anspruch einen hohen dokumentarischen Wert.<br \/>\nSwanti Br\u00e4secke-Bartsch, Galerieleiterin<\/h6>\n<hr \/>\n<h5>Dr. Otto St\u00e4hlin<\/h5>\n<h5>Laudatio zur Ausstellung von Ernst Herrmann in Schwarzenbach an der Saale<\/h5>\n<h4>Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde der Fotografie, es ist mir eine besondere Freude, Sie heute hier in Schwarzenbach an der Saale zur Er\u00f6ffnung dieser Ausstellung von Ernst Herrmann begru\u0308\u00dfen zu du\u0308rfen. Was Sie hier erwartet, sind nicht nur Fotografien, sondern stille Begegnungen. Momente, die im Vorbeigehen leicht u\u0308bersehen werden, aber durch die Kamera von Ernst Herrmann eine neue Tiefe und Wu\u0308rde erfahren haben.<\/h4>\n<h4>Ein gro\u00dfer Teil dieser Ausstellung erz\u00e4hlt von einer Welt, die leise verschwindet: der Welt des traditionellen Handwerks. Und er tut dies mit einem Medium, das selbst zunehmend in den Hintergrund tritt \u2013 der analogen Schwarzwei\u00dffotografie. Zugleich begegnet uns hier eine zweite Leidenschaft Ernst Herrmanns: die Architektur. Nicht als blo\u00dfe Dokumentation von Geb\u00e4uden, sondern als Spiel von Linien, Fl\u00e4chen, Formen, Licht und Schatten. Beiden Motivwelten gemeinsam ist sein genauer, geduldiger Blick.<\/h4>\n<h4>Ernst Herrmann fotografiert analog. Und zwar aus voller \u00dcberzeugung. Er hat sich seit 2008 einem Projekt verschrieben, das er \u201eAnaloges Handwerk\u201c nennt. Der<\/h4>\n<h4>Impuls dazu kam aus einer kleinen Zeitungsnotiz: Ein Handwerksbetrieb musste schlie\u00dfen. Ein kurzer Hinweis, den viele u\u0308berlesen h\u00e4tten. Ernst Herrmann jedochwurde hellh\u00f6rig. Er nahm seine Kamera \u2013 und begann zu dokumentieren. Nichtf lu\u0308chtig, nicht massenhaft. Sondern mit Geduld, Respekt und viel Zeit. Zw\u00f6lf Handwerksbetriebe hat er besucht. Schindelmacher, Glasmacher, Zigarrenroller, Glockengie\u00dfer. Er kam mit seiner Kamera &#8211; und nichts weiter. Kein Blitz. Kein gestelltes Licht. Keine Anweisungen. Dafu\u0308r Aufmerksamkeit. Gespr\u00e4ch. Beobachtung. Und die Bereitschaft, auch mehrfach zu kommen, bis das Licht, der Moment, die Stimmung stimmten.<\/h4>\n<h4>In der analogen Fotografie ist das keine Kleinigkeit. Denn sie verzeiht nicht. Sie verlangt Vorbereitung, Konzentration, Entschlossenheit. Die Wahl von Blende und Belichtungszeit ist keine technische Nebens\u00e4chlichkeit, sondern ein bewusster Akt. Auch die Art der Lichtmessung muss vorher genau u\u0308berlegt werden. Wo die digitale Fotografie mit Toleranzen spielt und sp\u00e4tere Korrekturen erlaubt, erfordert das analoge Arbeiten ein genaues Gespu\u0308r fu\u0308r den Moment \u2013 vor der Aufnahme.<\/h4>\n<h4>Diese Haltung zieht sich durch Ernst Herrmanns gesamtes fotografisches Tun. Er ist kein Sammler von Bildern, sondern ein Suchender nach dem \u201erichtigen\u201c Bild. Ein Bild, das fu\u0308r ihn stimmig ist \u2013 technisch, kompositorisch, atmosph\u00e4risch. Diese innere Vorstellung \u2013 im Englischen spricht man von \u201ePrevisualization\u201c begleitet jede seiner Aufnahmen.<\/h4>\n<h4>Gerade in den Architekturaufnahmen wird diese Art des Sehens besonders deutlich. Ernst interessiert dabei weniger das Geb\u00e4ude als vollst\u00e4ndiges Objekt. Er sucht Ausschnitte, in denen die gebaute Umgebung zu einer eigenen Bildordnung wird: Linien, Fl\u00e4chen, Winkel, Wiederholungen, Durchblicke &#8211; und immer wieder das Zusammenspiel von Licht und Schatten. So kann ein Parkdeck, eine Treppe, ein Gang oder eine Reihe von S\u00e4ulen etwas beinahe Abstraktes bekommen. Ein Gel\u00e4nder wird zur Diagonale, eine Folge von Stu\u0308tzen zum Rhythmus, eine Lichtfl\u00e4che zur geometrischen Figur. Die Architektur liefert das Material \u2013 das eigentliche Motiv entsteht aus den Beziehungen der Formen zueinander.<\/h4>\n<h4>Und auch hier zeigt sich dieselbe Geduld wie bei den Handwerksbildern. Ernst wartet, bis das Licht eine Fl\u00e4che trennt, eine Kante hervorhebt oder einen Schatten so setzt, dass aus einem allt\u00e4glichen Raum eine Komposition entsteht. Beim Handwerk beobachtet er die Bewegungen von Menschen und H\u00e4nden; in der Architektur beobachtet er gewisserma\u00dfen die Bewegung des Lichts u\u0308ber gebaute Formen. Beides verlangt genaues Hinsehen. Beides lebt davon, dass man nicht einfach fotografiert, was da ist, sondern erkennt, was darin sichtbar werden kann.<\/h4>\n<h4>Was hei\u00dft \u201eanalog\u201c u\u0308berhaupt in diesem Zusammenhang? Viele Menschen sagen: \u201eDas ist eben Filmfotografie, mit Chemie, mit Dunkelkammer.\u201c Und ja, das stimmt \u2013 aber es greift zu kurz. Urspru\u0308nglich bezeichnete der Begriff \u201eanalog\u201c die kontinuierliche Entsprechung zwischen Licht und Abbild. Ein direkter physikalischer Zusammenhang zwischen dem, was vor der Kamera ist, und dem, was auf dem Film entsteht. Keine Codierung. Keine Umrechnung. Kein Filter. Sondern: eine Spur der Wirklichkeit. In dieser Tradition steht Ernst Herrmann. Er will nicht im Nachhinein aus einem Bild etwas anderes machen, sondern zeigen, was er im Moment der Aufnahme gesehen hat. Nicht mehr. Nicht weniger.<\/h4>\n<h4>Gerade deshalb verzichtet er auf nachtr\u00e4gliche Bearbeitung. Seine Bilder werden im eigenen Labor auf klassischem Barytpapier vergr\u00f6\u00dfert. Jedes ein Unikat. Keine Datei, kein Ausdruck, der sich verlustfrei duplizieren l\u00e4sst. Sondern ein handwerklicher Vorgang, der Sorgfalt, Erfahrung und Hingabe verlangt. Und jedes Bild tr\u00e4gt diese Handschrift.<\/h4>\n<h4>Die Bewegungsunsch\u00e4rfen, die in manchen Aufnahmen sichtbar sind, sind kein Makel. Sie sind ein erz\u00e4hlerisches Mittel. Denn Handwerk bedeutet Bewegung. Arbeit. Wiederholung. Und Zeit. Diese Zeit wird in den Bildern sichtbar. Sie erzeugt ein stilles Echo dessen, was dort geschah. Es sind keine gestellten Motive. Sondern gelebte Momente.<\/h4>\n<h4>Sein Weg zur Fotografie war nicht geradlinig. Schon als Jugendlicher interessierte er sich fu\u0308r das Fotografieren. Aber erst viel sp\u00e4ter, nach einem langen Berufsleben als Techniker und Betriebsleiter in der Bekleidungsbranche, begann er sich ernsthaft mit der Schwarzwei\u00dffotografie zu besch\u00e4ftigen. 2005 richtete er sich ein eigenes Labor ein. Die Kurse, die er besuchen wollte, wurden abgesagt- niemand sonst interessierte sich noch fu\u0308r analoge Fotografie. Also brachte er sich alles selbst bei. Sp\u00e4ter kam noch ein Kurs bei der Schwarzwei\u00df-AG in Schweinfurt hinzu. Es blieb seine Leidenschaft.<\/h4>\n<h4>Ernst Herrmanns Bilder fordern nichts. Sie springen den Betrachter nicht an. Aber sie sprechen. Leise, eindringlich, klar. Sie wollen nicht gefallen. Sie wollen beru\u0308hren. Und das tun sie \u2013 mit Licht, mit Struktur, mit einer Haltung. In einer Welt, in der Bilder massenhaft entstehen, u\u0308ber Filter laufen, komprimiert, geteilt und vergessen werden, ist seine Arbeit ein Kontrapunkt. Sie erinnert uns daran, dass ein Bild nicht nur ein visuelles Ereignis sein kann, sondern ein innerer Moment. Ein Gefu\u0308hl. Eine Spur.<\/h4>\n<h4>Lieber Ernst, mit deiner Arbeit hast du nicht nur eine verschwindende Weltsichtbar gemacht. Du zeigst uns ebenso, wie aus einem scheinbar gew\u00f6hnlichen Raum durch Licht, Linie und Perspektive eine eigene Bildwelt entstehen kann. Vor allem aber zeigst du uns, dass es sich lohnt, langsam zu schauen. Mit Geduld. Mit Aufmerksamkeit. Und mit Respekt.<\/h4>\n<h4>Ich danke dir.<\/h4>\n<h4><\/h4>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Analoges Handwerk Schwarz-Wei\u00df-Fotografie Ernst Herrmann, Grafling Hammerschmiede Kindermann Vernissage: 4. September 2026, 18 Uhr | Worte zur Ausstellung: Dr. Otto St\u00e4hlin Ausstellungsdauer: 6. September \u2013 25. Oktober 2026 Bereits seit 2008 widmet sich Ernst Herrmann seinem Foto-Projekt \u201eAnaloges Handwerk\u201c. 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